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    Unser Antrag für gesunde Luft zum Atmen in Ulm

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

     

    der sog. „Dieselgate“-Skandal um manipulierte Stickoxid-Werte dieselbetriebener VW-Fahrzeuge rückt die NOx-Emissionen wieder vermehrt in die öffentliche Wahrnehmung.

    Wir fordern die Stadtverwaltung auf, für sämtliche dieselbetriebenen Fahrzeuge im Fuhrpark der Stadt Ulm und ihrer Töchter, ins besonders der SWU, zeitnah die tatsächlichen NOx-Werte, unter Ausschluss aller Manipulationen durch Hersteller-Software, zu ermitteln.

    Wir fordern weiter die Stadtverwaltung auf, für sämtliche dieselbetriebenen Fahrzeuge im Fuhrpark der Stadt Ulm und ihrer Töchter, ins besonders der SWU, vermehrt erdgas-, wasserstoff- u. batteriebetriebene Alternativen bei der Wiederbeschaffung zu berücksichtigen.

    Die Vergabe sollte nicht nur nach ökonomischen, sondern in Zukunft auch dezidiert nach ökologischen Gesichtspunkten unter Zuhilfenahme einer Entscheidungsmatrix mit hoher Punktzahl für die Vermeidung toxischer Emissionen erfolgen.

    Die Gesundheit unserer Bürger darf nicht durch vermeidbare Emissionen städtischer Fahrzeuge gefährdet werden.

    Mehrere deutsche Städte haben bereits erfolgreich PKW u. Busse mit diesen alternativen, nahezu stickoxidfreien Antriebssystemen im Einsatz. So sind z.B. in Augsburg sämtliche 102 ÖPNV-Busse mit umweltfreundlichem Erdgasantrieb ausgestattet.

    Eine Gegenüberstellung der Gesamtmasse jährlicher NOx-Emissionen aller städtischen Fahrzeuge mit den bereits erprobten Erdgas-Alternativen wäre hilfreich, um auch bei den vielen privaten und gewerblichen PKW- u. LKW-Nutzern Werbung für diese umwelt- und menschenfreundliche Technologie zu machen und bei allen Nutzern und Investoren den Umstellungsprozess zu beschleunigen.

    Erdgas-Tankstellen sind bundesweit, auch in Ulm und Neu-Ulm, verfügbar und unsere kommunalen Stadtwerke würden direkt von einem gesteigerten Absatz profitieren, im Gegensatz zum derzeit vorherrschenden Diesel- und Benzinabsatz, der allein den Energie-Multis (Exxon, Shell etc.) zu Gute kommt.

    Erdgas (Methan, CH4) verbrennt nahezu ohne Stickoxide und hat unter allen fossilen Energieträgern den geringsten CO2-Ausstoß.

    Im Unterschied zu allen Batteriefahrzeugen stimmen bei Erdgasfahrzeugen auch die Reichweiten, d.h. diese Fahrzeuge sind absolut alltagstauglich und werden in Ulm z.B. schon von Taxi-Unternehmen, Spediteuren u. Apotheken eingesetzt.

    Neue Konzepte wie power-to-gas (Kombination von Photovoltaik und Methansynthese) sind bereits erprobt, funktionieren und erlauben eine echte Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft, d.h. aus CO2 wird mithilfe der Sonne wieder CH4 (Erdgas) siehe z.B. das AUDI-e-Gas-Projekt (Anlage) und die G7-Beschlüsse zur Decarbonisierung.

     

     

     

    Bildrechte: Wolfgang Dirscherl/ pixelio.de