• Barrierefreiheit in der Altstadt ?

     

     

     

    Barrierefreiheit – ein zentrales Thema auch in anderen historischen Städten

     

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

    seit Jahren bemühen sich alle Fraktionen im Rathaus, fußgänger- und barrierefreie Wege in der Altstadt zu gestalten. Leider immer ohne Erfolg. Nun hat dieses Problem nicht nur Ulm, sondern auch andere Städte mit historischer Struktur.

    Esslingen ist dabei ein Beispiel, 5000 Quadratmeter Fußweg müssten geschaffen werden, um eine durchgängige Barrierefreiheit oder zumindest eine Barrierearmut zu erzielen. Das hat seinen Preis von rund 500 € pro Quadratmeter, also 2,5 Millionen €. Die dortige Verwaltung ist nun das Problem auch nach Jahren angegangen.

    Es gibt ein Konstanzer Modell, dort hat die Stadt den mit grobem Fluss-und Wackenpflaster gestalteten Platz um das Münster mit einem speziellen, in Basel entwickelten Schleifverfahren geglättet, das die Anforderungen der Behindertenverbände erfüllt. Anschließend sind die Fugen mit Mörtel aufgefüllt und die geschliffene Pflasteroberfläche ist abgeflammt worden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

    Für manche Besucher, sind es Ulmer oder Touristen, die mit Rollstuhl, Rollatoren oder Gehhilfen, aber auch für die Eltern mit Kinderwagen, unterwegs sind, ist ein Altstadtbesuch beschwerlich oder gar unmöglich.

    Uns ist bewusst, dass wir ein historisches Erbe bewahren müssen, jedoch wir müssen auch Entscheidungen treffen, die der heutigen Realität gerecht werden. Die Gesellschaft wird immer älter.

    Wir unternehmen einen nochmaligen Versuch und beantragen

    dieses Thema erneut zu bearbeiten, ein Konzept zu erstellen, wo man am  sinnvollsten tätig sein kann.

    Außerdem Auskünfte über eine Möglichkeit einer Verbesserung einzuholen, selbstverständlich unter Einbindung des Denkmalschutzes.                                

     Es muss auch in Ulm möglich sein, die Interessen des Denkmalschutzes in Einklang mit Behinderungen im öffentlichen Raum zu bringen. . Auch eine alte Stadt muss sich auf    moderne Zeiten einstellen.

    Wir hoffen auf ein besseres Verständnis, als in den vergangen Jahren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Helga Malischewski                                 Gerhard Bühler

    Stadträtin                                                   Stadtrat

     

     

     

    1. Februar 2019