• Fraktionsvorsitzender Reinhold Eichhorn zur Verabschiedung des Haushalts 2018

     

     

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Czisch,

    sehr geehrter Herr Bürgermeister Bendel,

    sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Mann,

    sehr geehrter Bürgermeister von Winning,

    werte Kolleginnen und Kollegen,

    meine Damen und Herren,

     

    lassen Sie mich die spannendste Frage gleich zu Beginn meiner

    Ausführungen beantworten: Ja. Die FWG Fraktion stimmt, wie in den vergangenen Jahren auch, dem Haushaltsentwurf zu. Genau genommen kann man die Gründe der FWG in drei wesentlichen Punkten zusammenfassen:

     

    1. Dem Haushalt 2018 geht es gut! Er ist solide aufgestellt, vernünftig finanziert und beachtet die Auflagen den von uns gemeinsam festgelegten finanzpolitischen Strategiezielen die da sind:

    – mittel und langfristig den Ergebnishaushalt auszugleichen

    – für die Sanierung und Instandhaltung des Vermögens kontinuierlich genügend Mittel bereit zu halten

    – mittel und langfristig keine neue Schulden aufzunehmen

    Denn nur so gelingt eine nachhaltige HH-Politik

     

    1. Der Stadt geht es gut! Bei aller Kritik, vor allem wegen der vielen Baustellen, präsentiert sich Ulm dynamisch und entwickelt sich mit einer Geschwindigkeit, die andere Kommunen so nicht kennen. Die Rahmenbedingungen sind ausgezeichnet. Im Konjunkturbericht der IHK steht, dass sich die regionale Wirtschaft auch 2018 in einer sehr guten Verfassung sein wird.

    Die Arbeitslosenquote in der Stadt Ulm ist im Oktober 2017 auf 3,5% gesunken, das bedeutet wir haben 2460 gemeldete Arbeitslose bei 2170 gemeldete freie Arbeitsplätze. Das Wirtschaftsmagazin WirtschaftsWoche hat alle 70 kreisfreie Großstädte in Deutschland unter die Lupe genommen und die Wirtschaftskraft und Zukunftsperspektiven der Städte beurteilt. Dabei hat Ulm erneut vordere Plätze belegt. Ulm belegte die Plätze 8 und 12 im Niveau- beziehungsweise im Zukunft Ranking und ebenfalls Platz 12 im Dynamik Ranking . Letzteres ist für die Stadt besonders erfreulich, um 27 Plätze sind wir nach dort vorn gerückt. Die Wirtschaftswoche bezeichnete Ulm dafür als „Überflieger im diesjährigen Dynamikranking“, und Ulm mache seinem Ruf als „Wissenschaftsstadt mit Know-How- Potential“ alle Ehre.

     

    1. Dem Großteil der Menschen in unserer Stadt geht es gut!

    Und dazu trägt auch dieser Haushalt 2018 bei.

    Für 2018 haben wir einen ausgeglichenen HH der mit einem Überschuss von 2,2 Mio. € abschließt. Eine Nettoneuverschuldung ist trotz unserem hohen Investitionsniveau nicht erforderlich. Für das dauerhafte Sanierungsprogramm stellen wir wieder 6 Mio.€ ein, das bedeutet, dass wir insgesamt fast 80 Mio. € für den Substandserhalt ausgegeben haben. Diese Mittel werden wir sicherlich auch in Zukunft jedes Jahr bereitstellen müssen. Mit über 110 Mio. € sind erneut hohe Investitionen im HH vorgesehen.

    Der Gemeinderat hat im September 2000 eine Bildungsoffensive beschlossen und 59Mio. € für 10 Jahre zur Verfügung gestellt; wir haben heute die 200 Mio. € Grenze weit überschritten und für 2018 sind für Sanierungen rund 10 Mio.€ vorgesehen. Insgesamt werden 28 Mio. € für den FB Städtebau in 2018 bereit gestellt.

    Mit 147 Mio.€ ist der Fachbereich Bildung und Soziales der Umfangreichste und finanzintensivste Fachbereich. Unsere Anstrengungen bei der U3 und Ü3 Betreuung und die Vielfältigen Betreuungsangebote an unseren Grundschulen können sich sehen lassen.

    Für Bildung und Sport sieht der HH ca. 43 Mio. € vor für Kindertageseinrichtungen 14 und für Kinderbetreuung 16 Mio. €. mit ca. 75 Mio. € ist der Sozialbereich der Finanzintensivste. In diesem Betrag sind auch die freiwilligen Leistungen enthalten, die unseren Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit geben sollen, an unserem öffentlichen Leben teilhaben zu können. Deshalb ist zwar im politischen Sinne kein Bürgerhaushalt aber ein HH für unsere Bürgerinnen und Bürger.

    Die Neustrukturierung im Fachbereich hat sich jetzt schon bewährt, sie ist Zukunftsweisend und Sozialraumorientiert.

    Das Gesamtbudget im Ergebnishh. für den FB Kultur beträgt 32 Mio. €.

    Im Kulturbereich ist die Kooperation mit dem Fachbereich Stadtentwicklung wichtig, stellt sich doch immer noch die Frage, wie bauen und gestalten wir unser Museum um, um den zukünftigen Ansprüchen an ein modernes Museum gerecht zu werden. Den Zuschuss für das Museum haben wir für 2018 um 407 T€ erhöht um den veränderten Anförderungen gerecht zu werden.

    Fachübergreifend ist auch die Entwicklung und Nutzung der Wilhelmsburg, die innere und äußere Erschließung der Wilhemsburg ist fast abgeschlossen.

    Bau: Unsere Stadt ist zur Zeit geprägt von Baustellen. Bei der Straßenbahnlinie 2 sind wir erfreulicherweise noch im Zeitplan, so dass wie geplant zum Fahrplanwechsel im Jahr 2018 die Linie 2 in Betrieb genommen werden kann. Die Produktion unserer neuen Straßenbahnen ist im vollen Gange und wir werden aller Voraussicht nach   eine neue Straßenbahn schon Anfang nächsten Jahres auf Linie 1 bewundern können. Die Namensgebung für die Straba. ist auch schon abgeschlossen.

    Die Sedelhöfe und die Tiefgarage am Bahnhof ist im Bau.

    Mit den anstehenden Baugebieten Egginger Weg, Safranberg und ehemaliges Hindenburgareal wird sich unsere Stadt weiter verändern. Mit der Nachverdichtung stoßen wir bei den betroffen auf wenig Gegenliebe.

    Die Bauverwaltung gibt sich sehr viel Mühe mit Veranstaltungen zur Bürgerinformation, die von den Bürgern, vor allem von den betroffenen gut angenommen werden. Trotzdem oder gerade deshalb bilden sich „Interessensgruppen“ die die anstehenden Bauprojekte kritisch bekleiden. Der Gemeinderat hat hier die schwierige Aufgabe Privatinteressen zu berücksichtigen und das Gemeinwohl nicht aus dem Auge zu verlieren. Letztendlich entscheiden wir mit der Überzeugung für die Stadt das Beste.

    Friedhöfe: Es wurde ja ein Konzept entwickelt um die Friedhöfe, auch in unseren Ortsteilen, zu sanieren. Gemeinsam wurde eine Prioritätenliste erarbeitet und die Friedhöfe in Söflingen und Lehr werden im kommenden Jahr saniert.

    Bei den 2 Tage dauernden HH-Beratungen wurden 150T€ zusätzlich zum Entwurf genehmigt und zwar 50T€ für die Freiwillige Landschaftsentwicklung, 50T€ Spielplatz und 50T€ für die Straßenreinigung .

    Unser Vorschlag, der TSG Söflingen zu ermöglichen, dass sie ihren Kunstrasenplatz bereits 2018 zum 100jährigen Jubiläum der Fußballabteilung, in Eigenregie sanieren können, wurde auch so im Ausschuss bewilligt.

    Wir haben ja in diesem Jahr unsere Sportförderrichtlinien neu beschlossen. Also bei aller Kritik, die neuen Sportförderrichtlinien bringen unseren Vereinen erhebliche Vorteile vor allem bei Investitionen. Die FWG hat bei den Diskussionen immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Sozialraumorientierung bei der Sportförderung der falsche Weg ist, genau so sehen wir die pauschale Förderung der Leistungszentren als der falsche Weg, uns wäre ein personenbezogene Förderung lieber gewesen.

    Eine Fraktion am Ratstisch bezeichnet sich in ihren Nachrichten als die Wächter der Investitionsstrategie, trotz allem haben sie den Antrag gestellt ein Millionenprojekt vorzuziehen und 100t€ als Planungsrate einzustellen. Dies ist nur eine Anmerkung zur Glaubwürdigkeit solcher Aussagen.

    Ansonsten sind die HH Beratungen sehr harmonisch und im großen Einvernehmen abgelaufen.

    Da auch in der weitergehenden Zuschussliste alle finanziellen Wünsche erfüllt wurden gab es keine weiteren Anträge.

    Einmalig ist, dass wir 2018 90 neue Stellen in der Stadtverwaltung schaffen, dies ist notwendig aber diese Stellenmehrung wird uns dauerhaft mit 6 bis 8 Mio. € jährlich unseren HH belasten

    Wir können alle nur hoffen, dass es nicht so geht wie es in der Bibel steht, dass nach 7 fetten Jahren die 7 mageren Jahre kommen, die fetten Jahre sind dann 2018 vorbei.

    Für die Erarbeitung dieses HH bedanke ich mich im Namen meiner Fraktion beim Bürgermeister Martin Bendel und Frau Schwarz und bei allen die daran beteiligt waren. Wir haben mit unserem HH und dem Beteiligungsbericht Nachschlagewerke die große Transparenz bieten.

    Unser Dank gilt auch unserem OB Gunter Czisch der Bürgermeisterin Iris Mann, unserm BM Tim von Winning und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit.

    Für die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage wünsche ich ihnen alle, im Namen Der FWG Fraktion, friedliche und gesegnete Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2018

     

     

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